Passt diese Stiftungsart zu dir und deiner Familie?

Familienstiftung

Wenn dir wichtig ist, dass dein Vermögen langfristig erhalten bleibt, Streit vermieden wird und deine Familie über Generationen abgesichert ist, kann eine Familienstiftung eine passende Lösung sein. Sie schafft Struktur, Klarheit und eine dauerhaft stabile Ordnung für dein Vermögen – unabhängig von Erbgängen, persönlichen Lebenssituationen oder familiären Veränderungen.

Wenn du Fragen zu dieser Stiftungsart hast oder herausfinden willst, ob eine Familienstiftung wirklich zu deinem Vorhaben passt, unterstützen wir dich bei der Einordnung. Für die rechtliche oder steuerliche Gestaltung solltest du immer eine qualifizierte Rechts- oder Steuerberatung einbeziehen.

Die Vorteile einer Familienstiftung

Eine Familienstiftung bringt Stabilität ins System, wenn du dein Vermögen langfristig sichern möchtest. Typische Vorteile:

Was ist eine Familienstiftung? Ein kompakter Überblick

Eine Familienstiftung ist eine rechtsfähige Stiftung des Privatrechts, die privatnützige Zwecke verfolgt und ausschließlich einer bestimmten Familie zugutekommt. Sie ist keine eigene Rechtsform, sondern eine Stiftungsart, bei der Vermögen – privat oder betrieblich – dauerhaft in eine feste Struktur überführt wird.

Der Stifter stattet die Familienstiftung mit Vermögen aus. Die Erträge fließen anschließend an die begünstigten Familienmitglieder, sodass deren Versorgung dauerhaft gesichert werden kann. Die Stiftung selbst verfolgt dabei keine gemeinnützigen Zwecke, sondern dient ausschließlich den Interessen der Familie.

Besteuerung einer Familienstiftung

Was du wissen solltest

Familienstiftungen sind nicht steuerbegünstigt. Sie unterliegen:

Die Erbersatzsteuer simuliert einen Erbfall im 30-Jahres-Rhythmus. Sie ist ein zentrales Thema bei der Planung einer Stiftung und sollte frühzeitig mit einem Steuerberater besprochen werden. Trotz regulärer Besteuerung kann eine richtig strukturierte Familienstiftung Steuervorteile bieten, etwa bei strategischer Vermögensverwaltung oder Unternehmensnachfolge.

Wenn du herausfinden möchtest, ob eine Familienstiftung wirklich zu deinen Zielen passt, klären wir das gerne gemeinsam mit dir – transparent, fundiert und ohne Vorfestlegung.

Warum eine Familienstiftung gründen?

Die wichtigsten Gründe

Ganzheitlichkeit

Eine Familienstiftung verhindert, dass Vermögen über Generationen hinweg zersplittert – etwa durch Erbgänge oder Scheidungen. Das Vermögen bleibt als Einheit erhalten und ist nicht frei veräußerbar. Nur die Erträge kommen den Destinatären (den Begünstigten der Stiftung) zugute.

Vermögensschutz

Eine Familienstiftung ist ein starkes Instrument zum Vermögensschutz. Sie kann das Stiftungsvermögen vor Haftungsrisiken, Gläubigerzugriffen oder familiären Auseinandersetzungen abschirmen. So bleibt das Vermögen dauerhaft erhalten.

Geregelte Versorgung

Du legst in der Satzung fest, wer Destinatär wird und unter welchen Bedingungen Ausschüttungen erfolgen. Das kann pauschal, anlassbezogen (z. B. Ausbildung) oder nach klaren Quoten erfolgen. Die Versorgung der Familie bleibt dadurch planbar und strukturiert.

Unternehmensverbundene Familienstiftung

Wenn dein Unternehmen in der Familie bleiben soll

Du kannst auch dein Unternehmen vollständig oder teilweise in eine Familienstiftung einbringen. Damit verhinderst du eine Aufsplittung der Anteile und sicherst die langfristige Stabilität des Unternehmens.

Ein bewährtes Modell ist die Holding-Struktur, in der die Stiftung die Anteile der operativen GmbH hält, während das Unternehmen seine Rechtsform und Handlungsfähigkeit behält. So bleibt die operative Führung beim Management, während die Stiftung die Interessen der Familie und des Unternehmens wahrt. 

Weitere Informationen dazu, wie Stiftungen als Struktur für Unternehmer eingesetzt werden können – von Beteiligungsmodellen bis zu langfristigen Nachfolgelösungen – findest du auch in unserem Youtube-Video

Familienstiftung gründen - so geht's

Wenn du eine Stiftung gründen möchtest, folgt der Prozess klaren strukturellen Schritten. Er ähnelt der Errichtung jeder rechtsfähigen Stiftung, ist aber stärker auf den langfristigen Schutz des Familienvermögens und die Versorgung der Destinatäre ausgerichtet: 

1. Stiftungsgeschäft

Die Stiftung wird durch eine schriftliche (bei Einbringung von Immobilien oder GmbH-Anteilen notarielle) Erklärung oder eine testamentarische Verfügung errichtet.

2. Stiftungssatzung

In der Satzung werden Zweck, Destinatäre, Organe, Entscheidungsstrukturen und Governance-Regeln festgelegt.

3. Vermögensausstattung

Das Anfangsvermögen wird in die Stiftung eingebracht. Üblich sind mindestens 150.000 Euro, abhängig von Zielsetzung, Ausschüttungsbedarf und Struktur.

4. Anerkennungsverfahren

Die Stiftungsbehörde prüft Tragfähigkeit, Zweckgestaltung, Kapitalbasis und rechtliche Anforderungen.

5. Rechtsfähigkeit

Mit der behördlichen Anerkennung entsteht die Familienstiftung als eigenständige rechtsfähige Stiftung, die anschließend mit der Vermögensverwaltung und Erfüllung ihres Stiftungszwecks beginnt.

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Wichtige Fragen, die du klären solltest, bevor du eine Familienstiftung gründest

Wir unterstützen dich gerne dabei, die richtigen Fragen im Vorfeld zu klären. Die folgenden Punkte gehören zu den zentralen Überlegungen:

Vermögensfragen

Welche Werte sollen eingebracht werden? Wie hoch soll der Kapitalstock sein?

Begünstigte

Welche Familienmitglieder sollen Destinatäre werden? In welchen Abständen sollen Ausschüttungen erfolgen?

Vorstand & Organe

Wer übernimmt Verantwortung? Wo braucht es Transparenz, Kontrolle und klare Entscheidungswege?

Aber… FAQ zur Familienstiftung

Familienstiftung - Ab welchem Vermögen macht das Sinn?

Eine Familienstiftung kann bereits ab etwa 150.000 Euro sinnvoll sein, besonders wenn ein langfristiger Vermögensschutz, eine klare Strukturierung oder eine nachhaltige Nachfolgeplanung im Vordergrund stehen.

Eine Familienstiftung ist mit einigen festen Rahmenbedingungen verbunden. Das eingebrachte Vermögen bleibt dauerhaft in der Stiftung und kann nicht zurückgeführt werden. Änderungen am Zweck oder an der Satzung sind nur eingeschränkt möglich. Zudem entsteht ein laufender Verwaltungsaufwand. Langfristig ist die Erbersatzsteuer zu berücksichtigen, die alle 30 Jahre anfällt. Diese Punkte sind weniger Nachteile als vielmehr Strukturmerkmale, die vor der Gründung sorgfältig eingeplant werden sollten.

Ein häufig genanntes Beispiel ist die Fielmann-Familienstiftung. Sie hält einen großen Teil der Unternehmensanteile der Fielmann-Gruppe und sichert damit langfristig die Kontrolle durch die Gründerfamilie. Die Stiftung bündelt die Stimmrechte, schützt das Unternehmen vor Zersplitterung und ermöglicht eine stabile Nachfolge sowie eine einheitliche strategische Ausrichtung über Generationen hinweg.

Ja, je nach Zielsetzung können verschiedene Stiftungsarten eine passende Alternative sein, insbesondere die Doppelstiftung, die Treuhandstiftung und die gemeinnützige Stiftung. Jede dieser Strukturen erfüllt andere Funktionen – von flexibler Vermögensverwaltung über steuerbegünstigte Zweckverfolgung bis hin zu kombinierten Modellen, die unternehmerische und privatnützige Ziele verbinden. Welche Variante geeignet ist, hängt vom gewünschten Zweck, der Vermögensstruktur und der langfristigen Ausrichtung ab.

Für die Gründung einer Familienstiftung sind mehrere Elemente notwendig: ein klar definierter Stiftungszweck, eine tragfähige Stiftungssatzung, eine ausreichende Kapitalausstattung – üblicherweise ab etwa 150.000 Euro – sowie eine belastbare organisatorische Struktur für die Stiftungsorgane. Grundlage jeder Gründung ist zudem das Stiftungsgeschäft, das die Errichtung rechtsverbindlich festhält.

Die Kosten variieren je nach Umfang der Satzungsgestaltung und der strukturellen Komplexität. Neben den Gebühren für Notar und Stiftungsbehörde fallen fortlaufende Kosten an, etwa für Verwaltung oder Steuerberatung. Eine verlässliche Kostenabschätzung ist immer abhängig vom konkreten Fall und der gewünschten Ausgestaltung der Stiftung.

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